Alessandra Violi

Prof. Dr. Alessandra Violi
Englische Literatur-/Medienwissenschaften, Bergamo

 

Kontakt

 

Prof. Dr. Alessandra Violi
Dipartimento di Lingue, Letterature straniere e Comunicazione
Università degli Studi di Bergamo

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Homepage:
Forschungsprofil: www.culturaldreamstudies.eu/alessandra-violi

 

 

Zur Person

 

Alessandra Violi ist Professorin für Englische Literatur und Kultur an der Universität Bergamo, wo sie das Graduiertenprogramm der „Studi Umanistici Interculturali” betreut. Am „Centro Arti Visive di Atheno” leitet sie die Forschungsgruppe „Punctum”, die sich mit Fragen der Bildwissenschaften beschäftigt. Forschungsarbeiten insbesondere zu den Berührungspunkten zwischen Literatur, Ästhetik und den Humanwissenschaften, insbesondere der Medizin (Anatomie und Neuropathologie). Ihre beiden Bücher  Le cicatrici del testo (Bergamo, 1998) und Il teatro dei nervi (Milan, 2004) beschäftigen sich mit diesem Themenfeld..

 

 

Traum und Okkultismus in Großbritannien und den Vereinigten Staaten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

 

Neuere Studien zum Beitrag des Okkultismus zur Moderne (Owen: 2004; Wilson: 2013) haben gezeigt, wie zentral die okkulten Traumtheorien für die Archäologie des modernen Subjekts und die Traumerfahrung der Moderne sind. Für die magisch-esoterischen Diskurse, die sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts herausbilden (so heterogene Ansätze wie der Okkultismus E. Bulwer-Lyttons, F. Myers Psychologie des „Supranormalen” oder die parapsychologischen Untersuchungen der Society for Psychical Research), kann ist der Traum als ‚Selbsttechnik‘ im Dienst eines spirituellen Austauschs ebenso bedeutsam wie für die neue Psychologie eines subliminalen Ich. Hier mischen sich alte Formen des Magischen mit den Ansätzen der neu entstehenden „Wissenschaften von der Seele” (Hacking). So wird – bei T. Laycock (1875) oder S. Butler (1880) – die Vorstellung einer Seelenwanderung mit neuen physiologischen Theorien zusammengedacht. Das Projekt setzt die okkulten Traumvorstellungen zu den medizinisch-psychologischen Theorien ihrer Zeit ebenso in Beziehung wie zu literarischen Texten (von G. Du Maurier bis zu E. Pound. Es fragt danach, wie okkulte Techniken der Selbsterfahrung visuelle und verbale Darstellungspraktiken des Traums hervorbringen: Projektionen, Talismane, diagrammatische Karten, Erzählungen von Astralreisen und Klarträumen. Diese tragen zum einen zur Entstehung neuer psychologischer Theorien bei, zum anderen lassen sie das magische Substrat der Subjektivität sichtbar werden und stellen den Säkularisierungsprozess in Frage, den die moderne Psychologie vorantreiben will.