Prof. Dr. Kerstin Thomas
Kunstgeschichte, Stuttgart

 

Kontakt

 

Prof. Dr. Kerstin Thomas
Universität Stuttgart
Institut für Kunstgeschichte
Keplerstraße 17
70174 Stuttgart
Germany

Phone: 0049 711 685-83918
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Zur Person

 

Kerstin Thomas ist Professorin für Kunstgeschichte an der Universität Stuttgart. Zuvor war sie Leiterin der DFG-geförderten Emmy Noether-Nachwuchsgruppe Form und Emotion. Affektive Strukturen in der Französischen Kunst des 19. Jahrhunderts und ihre soziale Geltung an der Johannes Gutenberg Universität Mainz. Sie promovierte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt mit einer Arbeit über Stimmung in der Malerei des späten 19. Jahrhunderts und war wissenschaftliche Assistentin am Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris. Zurzeit arbeitet sie an einem Habilitationsprojekt zum Formbegriff in der amerikanischen Kunsttheorie des 20. Jahrhunderts. Eines ihrer weiteren Forschungsgebiete sind die bildnerische Strategien des Halbschlafs.

 

 

Hypnagogische Bilder: Wachtraum in der französischen Kunst des 19. Jahrhunderts

 

Louis Ferdinand Alfred Maury, der durch seine 1861 erschienene Schrift Le sommeil et les rêves zum Vorläufer einer empirisch orientierten Traumforschung wurde, widmete sich in einer 1848 erschienenen Studie Phänomenen des Halbschlafs, die er als „Hypnagogie“ bezeichnete. Er beschreibt die Hypnagogie als Bewusstseinszustand, in dem vornehmlich visuelle Sinneseindrücke in großer Intensität vorliegen und sich mit Gedanken, Vorstellungen und Gefühlen verbinden. Die Theorien Maurys waren weit verbreitet und wurden von Künstlern und Schriftstellern rezipiert. In der bildenden Kunst werden seit der Jahrhundertmitte neben traditionellen Bildern von Träumenden und ihren nächtlichen Chimären experimentelle Bildformen entwickelt, in denen empirisch Wahrgenommenes und Vorgestelltes in affektiv aufgeladenen Szenerien ineinandergeblendet werden. In dem Projekt sollen anhand von Werken von Camille Corot, Pierre Puvis de Chavannes und Paul Gauguin, Wechselwirkungen zwischen solchen Bildern und dem wissenschaftlichen Diskurs des Wachtraums untersucht und auf ihre epistemische Funktion hin befragt werden.