Dr. Marie Guthmüller
Französische und italienische Literatur, Ruhr-Universität Bochum

 

Kontakt

 

Dr. Marie Guthmüller
Französische und italienische Literatur
Romanisches Seminar der Ruhr-Universität Bochum

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Homepage: homepage.ruhr-uni-bochum.de/rudolf.behrens/Equipe/Marie%20Guthmueller/Guthmueller.html
Forschungsprofil: www.culturaldreamstudies.eu/marie-guthmueller

 

 

Zur Person

 

Marie Guthmüller studierte Romanistik, Germanistik und Geschichte in Freiburg, Urbino und Paris. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Romanischen Seminar der Ruhr-Universität Bochum, wo sie von 2008-2014 auf einer DFG-geförderten eigenen Stelle arbeitete. Zuvor forschte und lehrte sie an der Universität Osnabrück und am Zentrum für Literatur-und Kulturforschung in Berlin, zuletzt an der Sorbonne Nouvelle, Paris 3. Forschungsschwerpunkte: französische und italienische Literatur des 18. bis 21. Jahrhunderts, u.a. Literature & Sciences-Studies, Geschichte der „sciences de l’âme“, französische Literaturkritik, Traumpoetik der italienischen Moderne.

 

 

Der Traum als Symptom – Ansätze vor Sigmund Freud und Sante De Sanctis

 

Die Auseinandersetzung mit Träumen im Rahmen der Psychopathologie des 19. Jahrhunderts führt keineswegs ausschließlich zu Freud, zur Traumdeutung und zum Bruchstück einer Hysterieanalyse, sondern mündet vielmehr um 1900 auch in ein konträres, organizistisch und symptomatologisch geprägtes Paradigma. Ausdruck dafür ist die Traumstudie des italienischen Psychiaters und Neurologen Sante De Sanctis, I sogni: studi clinici e psicologici di un alienista, die 1899 zeitgleich mit Die Traumdeutung erscheint und von der psychophysiologischen „scientific community“ zunächst auch deutlich stärker rezipiert wird. Wie Freuds Traumbuch bündelt auch das von De Sanctis wesentliche Tendenzen, die im 19. Jahrhundert im psychiatrischen Umgang mit Patiententräumen vorherrschen. Das Projekt fragt danach, in welchen Kontexten Träume in dieser Zeit als Symptome behandelt werden und ob - und wenn ja wie - die symptomatologischen Träume in den Fallberichten erzählt und zu den jeweiligen Krankheitsbildern in Beziehung gesetzt werden.