Dr. Hannah Ahlheim

Dr. Hannah Ahlheim
Neuere und Neueste Geschichte, Berlin

 

Kontakt

 

Priv.-Doz Dr. Hannah Ahlheim
Humboldt-Universität zu Berlin
IGK Arbeit und Lebenslauf in globalgeschichtlicher Perspektive
Unter den Linden 6
10099 Berlin

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Forschungsprofil: www.culturaldreamstudies.eu/hannah-ahlheim

 

 

Zur Person

 

Hannah Ahlheim ist seit 2009 Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Georg-August-Universität Göttingen (seit Februar 2014 Stipendiatin der Gerda Henkel Stiftung). Sie promovierte 2008 an der Ruhr-Universität Bochum und arbeitet derzeit an einem Habilitationsprojekt zum Thema „Der Traum vom Schlaf. Optimierungsphantasien, Widerständigkeit und das Wissen vom Schlaf in Deutschland und den USA 1880 bis 1980“. Der von ihr herausgegebene Band Kontrollverlust, Kontrollgewinn. Die Geschichte des Schlafs in der Moderne (Frankfurt 2014) präsentiert die Geschichte des Schlafs aus einer interdisziplinären Perspektive.

 

 

Wer vermisst den Traum? REM-Schlaf und Traumentzug im Schlaflabor (1950er/60er Jahre)

 

1953 entdeckte eine Gruppe von „Schlafforschern“ um Nathaniel Kleitman an der Universität von Chicago den sogenannten REM-Schlaf. In diesen Schlafphasen zeichnet das EEG Kurven auf, die denen des Wachseins sehr ähneln. Die Wissenschaftler waren sich bald einig, dass sie einen Weg gefunden hatten, Traumphasen zu identifizieren und aufs Papier zu bannen. Kleitmans Doktorand William Dement hoffte, die Schlafforschung nun enger mit Methoden der Psychiatrie und der Psychoanalyse verbinden zu können, und führte dazu Versuche mit REM-Schlaf-Entzug, also „Traumentzug“ durch. Doch Dements Versuche brachten nicht die gewünschten Daten, und die physiologisch orientierte Schlafforschung verbannte den Traum schon bald wieder in das Reich der Psyche, für das sie sich nicht zuständig fühlte. Das Teilprojekt fragt, auf welche Weise sich das Verständnis vom Traum veränderte, als er mit Hilfe von Mess- und Bildgebungsverfahren fassbar zu werden schien. Welche Vorstellungen vom Menschen entwickelten Wissenschaftler, Experten und Ratgeber in diesem Moment? Welche Konflikte entstanden um die Deutungshoheit, und warum trennten sich die Wege von Schlaf- und Traumforschung wieder?